Burgmodell im Maßstab 1:50

Burgmodell im Maßstab 1:50

Im „Alten Rat- und Schulhaus“ von 1811  in Brensbach neben der Kirche, Höchster Str. 3, dem heutigen evangelischen Gemeindehaus, befindet sich das seit 1991 eröffnete „Schnellertsmuseum“ mit den Originalfunden aus der Grabungszeit auf dem Schnellerts.

Es ist ein kleines überschaubares Museum im Dachgeschoss mit nur 2 Räumen, mit einer Grabungskiste extra für Kinder und einem Burgmodell.

In Stand–und Wandvitrinen werden die Gegenstände des täglichen Lebens auf einer Burg des 13. Jahrh. gezeigt: Wächterhorn, Würfel, Murmeln, Spinnwirtel, Kämme, Messer, Küchenutensilien, Heller, Spardose, Glockenfragment, Buchschließen, Pferdeschmuck, vergoldeter Steigbügel und vergoldetes Kreuz, Ofenbecherkacheln, Dachpfannen, Brandlehm mit Strohabdrücken, Knochen, Hufeisen, Blidenkugeln aus Sandstein, Pfeilspitzen und Armbrustbolzen und diverses Keramikgeschirr aus dem Küchenbereich.

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Das Schnellertsmuseum im Dachgeschoss

 

Hervorzuheben ist der vergoldete , rosettenförmige Pferdeschmuckanhänger, gefunden 1989 und der vergoldete Steigbügel, gefunden 1980, aber ein solcher schon von Werner Bergengruen 1927 im Buch Rodenstein auf Seite 40 als morgenländischer Steigbügel beschrieben:

 

 

„Durch seine  Schmiede in Fränkisch-Crumbach pflegte der Spuk zu ziehen, und wo ein Eisen fehlte, da musste im Finstern der Huf beschlagen werden, und da ist ihm eines Nachts ein Ding durch  die Hand  geglitten, das hat sich angefühlt wie ein morgenländischer Steigbügel mit einem  winzigen Schuh und Fuß darin, einem Frauenschuh und einem Frauenfuß.“

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Sonderausstellung römischer Münzen. Volker Thomasberger, Arno Schäfer und in röm. Kleidung Johannes Hof .

In einem 2. Raum, der Galerie, befindet sich eine Sammlung von Handwerks – und Gebrauchsgegenständen aus bäuerlichen Haushalten ausschließlich aus Brensbach, z.B. Simmergefäße, Mausefallensammlung, Kienspanleuchter.

Sonderausstellung zur Schmiedekunst von Karl Hofferberth

Sonderausstellung zur Schmiedekunst von Karl Hofferberth

Dieser Raum steht kostenlos auch für Sonderausstellungen zur Verfügung.

Auch dem Heimatdichter, Sänger und Lehrer Karl Schäfer aus Brensbach ist im Erdgeschoss eine Vitrine gewidmet und im 1. Stock steht ein alter Bauernschrank von 1812 aus dem Elternhaus von Karl Schäfer. Der Vater war Schmied und Eisenhändler in Brensbach am Römerberg 14.

Der wertvolle, historische Bauernschrank aus Brensbach wurde vom Breubergbund zum Schloss Lichtenberg gebracht, von Karl Hofferberth im Namen der Forschungsgemeinschaft Schnellerts e.V. wieder zurückgeholt, als das evangelische Gemeindehaus 1989 von Grund auf fertig restauriert war.

Karl Schäfer, Heimatdichter, Lehrer und Sänger, wurde am 13.05.1849 als 5. Kind der Fam. Schäfer als Johann Leonhard geboren und am 15.05. sofort in Brensbach evangelisch getauft. Er besuchte von 1855-1859 hier in Brensbach in diesem Schulhaus die Volksschule und später von 1866-1868 das Friedberger Lehrerseminar, war Hilfslehrer in Hüttenthal und Klein-Karben, bekam 1871 die Lehrstelle an der Mädchenschule in Darmstadt.

1875 heiratete er Anna Schack (+1886) und 1906 Maria Appfel. Die Ehen blieben kinderlos.

Karl Schäfer gehörte viele Jahre dem Odenwalldklub an und seine Lieder fanden Aufnahme im Odenwälder Liederbuch Spinnstube.

Anlässlich seines 50. Geburtstages pflanzte 1899 der Brensbacher Klub am Oberwald eine Eiche.

Werke: „Der Einsiedler von Auerbach“, „Falkner vom Rodenstein“, „Eulenspiegel im Odenwald“ (der Bannoser), „Lindelgret“, „In Böllstein auf der Höh“, „Sage vom Rodensteiner“, „Der Auerbacher Rott“.

Das Museum in Brensbach neben der Kirche im „Alten Rathaus“ ist ganzjährig nach telef. Vereinbarung und am Kerbsonntag und zum Brensbacher Weihnachtsdorf  von 15°° –  17°° Uhr zu besichtigen. Tel.: 06161 – 1555  oder  06161 – 1428.