Über die sagenumwobene Burg Schnellerts im Odenwald gibt es noch immer keine urkundlichen Hinweise. Ihr geschichtlicher Zusammenhang erschließt sich bisher nur aus archäologischen Ausgrabungen des 20. Jahrhunderts und aus der Forschungsgeschichte des „Schnellerts“ seit dem 18. Jahrhundert.

Das Wilde Heer, der unsichtbare Geisterzug vom Schnellerts zum Rodenstein

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Der Schnellertsherr mit seinem Geisterheer auf dem Weg zum Rodenstein

 

Was dieser Ruine zu überregionaler Berühmtheit verhalf, ist die Sage vom mysteriösen „Schnellertsgeist“, der im Innern des Burghügels seine Behausung hat. Er zog mit seinem „Wilden Heer“ immer dann geräuschvoll und unsichtbar aus dem Schnellertsberg aus und durch die Lüfte, wenn dem Reich Gefahr drohte und kehrte erst dann wieder ebenso geräuschvoll zurück, wenn diese Gefahr vorüber war. Sitz des Geisterheeres ist eindeutig der Schnellerts. Erst nach dem Aussterben der Rodensteiner beginnen die Sagen um das Geisterheer zwischen den beiden verfallenen Burgen. Vom damaligen Zeitgeist beflügelt, waren die Menschen für Wunder, Geister, Gespenster, Wahnglauben, Aberglauben, Spinnstubengeschichten und Ammenmärchen doppelt empfänglich.

Auch auf einem Schein des Rodensteiner Notgeldes von 1921 wurde das „Wilde Heer“ hoch über Fränkisch-Crumbach, auf dem Weg vom Rodenstein zum Schnellerts dargestellt.

Exemplarisch sei hier das 1. Protokoll der Befragung auf dem Reichenberg des Bauern Simon Daum  vom Haalhof, unterhalb des Schnellerts gelegen, vom 28. August 1742, wiedergegeben:

„Sein Vater seelig, welcher Jeremias Daum geheißen, seye  des  Orts  Schultheißen geweßen, und ein alter Mann geworden, haben diesen Geister-Zug vom Schnellerts und wieder zurück  gar vielmahlen gehöret, und es hernachmahlen wieder erzehlet, Deponent könne auch auf sein gut Gewissen sagen, daß er  dieses Weeßen gar vielen, vom Schnellarts  auf- und abziehen hören, aber noch niemalen nichts gesehen, es bestünde allezeit  in einem  großen Getöß und Geräusch, gleich vielem Fuhrwerk, Pferden und dergleichen, es komme gemeiniglich eine Stunde nach eingetrettener Nacht oder eine Stunde vor Tag, gerade durch Deponentens Hof, und zwar zu der Zeit, wann Kriegs- und Völker-Marchen sich ereignen wollten.

Wie dann sogar es zu damahlen als der König von Preußen vor 2 Jahren den Krieg in Schlesien angefangen, gar eigentlich gehöret, daß es vom Schnellarts ab- und nach dem Rodenstein gezogen, es seye zu der Zeit ein halbes Jahr außen geblieben, und hernach wieder zurück gezogen, und wie der jezige Kayser Carl VII zu Anfang dieses Jahrs in Frankfurt gekrönet worden, seye es wieder abgezogen, aber gleich und zwar nach zweyen Tagen schon wieder zurückgekommen, vorjezt aber, und bei dermaligem March der französischen Hülffs-Völker /: welche allbereit, und zwar heute bey Aschaffenburg stehen:/ habe Deponent nicht das geringste vernommen, ohnerachtet es soch sonsten und in vorigen Zeiten – wann zumahlen Krieg am Rhein geweßen, sich alle Zeit vermerken lassen.Sogar, habe es wie gemelt schon vielmahlen, und das letzte auch seine Frau gehöret.

Wie der letztere Krieg am Rhein gewesen, habe es ein halb Jahr zuvor sich schon hören lassen, und wie dieser Krieg sich geendiget, seye es auch gleich wieder zurückgezogen. Wann es sonsten abziehe und gleich wieder zurück komme, hätte es nichts zu bedeuten, alleine wann es lange außen bleibe, so wäre es gar nicht gut, und mithin Krieg zu besorgen, wie er solches auch von vorgedachten seinem Vatter seel, oft und vielmahlen gehöret habe. Dieses seye also die gewiße Wahrheit, welches Deponent erfordtrenden fallß eydlich betheuren könnte, es wüßtens auch noch mehrere Leute, und sonderlich seine um ihn herum wohnenden Nachbarn eben so zu erzählen.

Da es nun an dem, daß noch mehrere Personen von dieser Geister-Geschichte zu deponiren vermögend, man aber ohnnöthig erachtet, einerley Relation mehrmalen zu wiederhohlen, also hat man es bey diesem bewenden lassen, und solches nur Nachricht aufnotiret. So geschehen Reichelsheim am 28.Aug. 1742.                                                                                                  Georg Philipp Wittich  derzeit Amtmann alhier“

Die Reichenberger Protokolle aus den Jahren 1742 bis 1796 auf dem erbachischen Amt Reichenberg aufgenommen enthalten zahlreiche, teilweise übereinstimmende Zeugenaussagen zum Auszug des Wilden Heeres vom Schnellerts, als uraltes Schloss, davon nur noch wenige Rutera zu sehen seyn sollen, bezeichnet, durch den Bauernhof Haal (ursprünglich Hausen) des Simon Daum unterhalb vom Schnellertsberg, dann nach Brensbach, um in Johann Leonhart Hübners Echterischem Haus zu speisen und anschließend zur Schmiede in Fränkisch-Crumbach zum Beschlagen der Pferde und zum Rodenstein, auch Raubschloss oder Kriegsburg genannt.

Der Geisterzug nahm seinen Weg vom Schnellertsberg hinunter, durch die Haal nach Brensbach zum Johann Leonhart Hübners Echterischem Haus, von alten Mauern umgeben, wie es der ortskundige Regierungsbeamte Carl Ludwig Bock 1758 festgehalten hat,  dann zur Schmiede in Fränkisch-Crumbach zum Beschlagen der Pferde und zum Schluss zur Kriegsburg Rodenstein, um seinem König oder Kaiser zu helfen oder zur Seite zu stehen. Bei Frieden kam das Geisterheer mal laut, mal leise zum Schnellerts zurück. 1804 hat das Geisterheer zum letztenmal in der Küche in Brensbach sein Nachtmahl bereitet. (Heinrich Zehfuß, Darmstadt 1825, S.72)

Der ganze Ritterspuk wurde bis ins letzte Viertel des 18. Jahrh. protokolliert.

Beim Ausbruch des französischen Revolutionskrieges (1789-1799) erfolgte die letzte Anzeige beim Amt Reichenberg, welches aber von der Regierung zu Erbach den Aufrtag erhalten hatte, sie nicht mehr zu Protokoll zu nehmen, sondern die Leute mit einer zweckmäßigen Zurechtweisung nach Hause zu schicken und sie sich für die Zukunft die Mühe des Anzeigens ersparen sollten.

Abschrift eines Berichts des Gräflichen Erbach-Erbachischen Amtes Reichenberg an die Regierung zu Erbach.                                       Präsentiert den 31. Januar 1794

Gehorsamster Bericht!

„Hierbey kommt die geforderte Abschrift der in der hiesigen Amts=Registratur befindliche Nachricht von einem sogenannten Schnellerts=Geist, von dessen neuerem Auszug sich das Gerücht verbreitet hat, aber noch nichts bekannt worden ist, vermutlich auch immer weniger gehöret werden wird.“

Reichelsheim, den 30. Jenner 1794

Carl Ludwig Bock

 Schnellerts-Sagen

Die Brüder Grimm beginnen 1806 mit dem Sammeln von Märchen und Sagen, größtenteils aus mündlicher Überlieferung. Zur gleichen Zeit, 1806, wurden 2 amtliche Geisterberichte über den Spukritter vom Schnellerts im Reichsanzeiger Nr. 75, Allgemeines Intelligenz-Blatt, abgedruckt.

1815 ist die Sage vom Auszug des Schnellertsherrn den Brüdern durch ein akutes, die Sage betreffendes Ereignis zugetragen worden, nämlich bevor im Frühjahr 1815  Napoleon wieder einmal den Rhein überquerte und fand 1816 an 170. Stelle im 1. Band der Deutschen Sagen als „Rodensteins Auszug“ seinen Platz.

Rodensteins Auszug von den Brüdern Grimm

„Nah an dem zum gräflich erbachischen Amt Reichenberg gehörigen Dorf Oberkainsbach, unweit dem Odenwald, liegen auf einem Berge die Trümmer des alten Schlosses Schnellerts; gegenüber eine Stunde davon, in der Rodsteiner Mark, lebten ehemals die Herrn von Rodenstein, deren männlicher Stamm erloschen ist. (1671)

Noch sind die Ruinen ihres alten Raubschlosses zu sehen.

Der letzte Besitzer desselben hat sich besonders durch seine Macht, durch die Menge seiner Knechte und des erlangten Reichtums berühmt gemacht; von ihm geht folgende Sage:

Wenn ein Krieg bevorsteht, so zieht er von seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort Schnellerts bei grauender Nacht aus, begleitet von seinem Hausgesind und schmetternden Trompeten. Er zieht durch Hecken und Gesträuche, durch die Hofraite und Scheune Simon Daums zu Oberkainsbach bis nach dem Rodenstein, flüchtet gleichsam, als wolle er das Seinige in Sicherheit bringen. Man hat das Knarren der Wagen und ein Hoho-Schreien, die Pferde anzutreiben, ja selbst die einzelnen Worte gehört, die einherziehendem Kriegsvolk vom Anführer zugerufen werden und womit ihm befohlen wird.

Zeigen sich Hoffnungen zum Frieden, dann kehrt er in gleichem Zuge vom Rodenstein nach dem Schnellerts zurück, doch in ruhiger Stille, und man kann dann gewiß sein, daß der Frieden wirklich abgeschlossen wird.  Ehe Napoleon im Frühjahr 1815 landete, war bestimmt die Sage, der Rodensteiner sei wieder in die Kriegburg ausgezogen.“

Wolf, Johann Wilhelm,    Hessische Sagen,   Leipzig 1853

Auf der Böllsteiner Höhe im Odenwald ist ein Bergvorsprung, den man »Schnellerts« nennt. Im Mittelalter stand dort eine Burg. Jetzt sind nur noch wenige Ruinenreste vorhanden. Diese Burg ist in der Sage viel verbunden mit einer andern Feste des Odenwalds, dem »Rodenstein.« Die Odenwälder erzählen, daß in den Trümmern der Schnellertsburg ein Geist hause, der immer, wenn vom Rhein her ein Krieg drohe, sich rege und mit großem Gefolge, lärmend wie der wilde Jäger, nach dem Rodenstein abziehe. Sobald die Kämpfe vorüber seien, kehre der Geist mit großem Getöse wieder nach dem Schnellerts zurück. Eine Ballade Josefine Scheffels, der Mutter des bekannten Dichters. J. V. von Scheffel, weiß darüber zu berichten:

Horch auf, was klirrt an Riegel und Gruft?
Was zischt und sauset durch die Luft?
Das muß der wilde Jäger sein,
Er zieht vom Schnellert zum Rodenstein,
Hussa, zum Rodenstein.

Im Schnellert, da schlief er manch ein Jahr,
Reibt sich nun wieder die Augen klar.
Die Friedensburg steht öd und leer,
Der Jäger zieht mit dem Geisterheer,
Zieht mit dem Geisterheer.

Er reitet voran auf schwarzem Roß,
Hallo! wie saust ihm nach der Troß!
Es rauscht und spricht – es pfeift und knallt,
Daß drob ertönt der Odenwald,
Der weite Odenwald.

Der Jäger auf dem Rappen fein,
Das ist der Ritter von Rodenstein.
Und wenn er durch die Lüfte fegt,
Ist,s Zeit, daß man die Schwerter regt,
Daß man die Schwerter regt!

In der schlichten Volksüberlieferung aber wird der Ritter meist »Schnellertsherr« genannt. Von ihm erzählt die Sage:

Viele Wanderer, die den Schnellerts bestiegen, hörten dort einen lieblichen Gesang, und zwar waren es gewöhnlich Kirchenlieder, die sie vernahmen. Diese Töne schienen aus dem Berg zu kommen, doch ist es nie jemand gelungen, in das Innere des Berges zu dringen.

Oft krähte auf dem Gipfel des Berges, da, wo die Ruinen der Burg sich erheben, dem Menschen unsichtbar, der Hahn, und dieser ungewöhnliche Schrei auf Bergeshöhen hat schon manchen sehr erschreckt. So waren einmal Leute zu einer Holzversteigerung droben versammelt, und eben bot der Förster eine Fuhre aus, als der Hahn krähte. Großer Schrecken fuhr den Bietern in die Glieder, im Nu war der Platz leer, und selbst der Förster hatte nicht den Mut zu bleiben.

Ein Förster in Stierbach erwartete eines Tages seinen Vorgesetzten zu einem forstlichen Geschäft. Da tiefer Schnee lag und der Oberförster lange auf sich warten ließ, glaubte der Förster zuletzt, sein Vorgesetzter werde nicht kommen, und ging nach Hause. Dort schaute er noch ein paarmal durch das Fenster, von dem aus man eine Seite des Berges übersehen konnte, und bemerkte endlich einen Reiter der auf dem gewöhnlichen Burgweg ritt. Im festen Glauben, es sei der Oberförster, warf der Förster die Büchse um und eilte dem Reiter entgegen. Doch zu seinem größten Erstaunen sah er ihn nicht mehr, fand auch nicht die geringste Spur eines Pferdehufes im Schnee. So blieb für ihn kein Zweifel, daß er den Berggeist vom Schnellerts gesehen habe.

Eine Frau aus der Haal, einem Hof in der Nähe des Schnellerts ging spätabends noch außerhalb des Hauses umher. Da kam es ihr vor, als ob sie jemand stark anhauche. Als sie sich umschaute, bemerkte sie, daß sie unter dem Hals eines Pferdes stand, auf dem ein Reiter saß. In ihrer Angst betrachtete sie weder Pferd noch Reiter näher, sondern lief in die Stube zurück. Hier sagten ihr die Hausleute, es habe soeben dreimal derart an einen Pfosten geschlagen, daß die Fenster klirrten. Dies pflege der Schnellertsgeist zu tun, wenn er durch die Haal fahre. Als die Leute herausliefen, gewahrten sie nichts mehr, hörten aber am andern Morgen, wie der Geist, vom Rodenstein kommend, auf den Schnellerts zurückfuhr.

Die Hofreite in Brensbach, durch die der Geist aus dem Schnellerts seinen Zug genommen haben soll, liegt im oberen Teil des Ortes. Der Besitzer der Hofreite, durch dessen Scheuer der Berggeist zu ziehen pflegte, beabsichtigte einmal, am Morgen vor Tagesanbruch über Feld zu fahren. Er bat daher seine Frau, sie möge früh aufstehen, um ihm sein Frühstück zu bereiten. Als er dann am andern Morgen auf dem Weg zum Pferdestall durch die Küche ging, sah er zu seiner Verwunderung ein großes Kohlenfeuer auf dem Herd.

Nachdem er die Pferde gefüttert hatte, mahnte er seine Frau, jetzt aufzustehen, da sie noch Feuer genug auf dem Herd habe. Als aber die Frau aufgestanden war und die Morgensuppe kochen wollte, fand sie keinen Funken Feuer mehr vor. Die frische Glut, die der Bauer gesehen hatte, stammte von dem Wilden Heer, das in der Nacht in der Küche gewirtschaftet hatte. Es war gar nichts Seltenes, daß die Geister nachts in diese Küche einkehrten, Kessel über das Feuer hingen und kochten, weiters auch Schüsseln und Teller nahmen und Mahlzeit hielten.

So trieb es der wilde Geisterzug zwischen Schnellerts und Rodenstein lange Jahre, und das Volk weiß noch heute manches darüber zu erzählen.

Sogar der Brensbacher Heimatdichter Karl Schäfer erwähnt in seinem Buch „Eulenspiegel im Odenwald“ 1911 auf Seite 77 den Schnellertsgeist, “ der bei seinem Auszug nachts bei Hübners in Brensbach Mahlzeit hält, wo der Bürgermeister Schaffnit jetzt noch eine Wirtschaft betreibt.“

Wo stand das Haus, die befestigte Hofreite, der Adelshof derer von Brensbach oder der wappengleichen Echter?

Fakten zum echterischen Haus in Brensbach:

Anna Katharina von Rodenstein heiratete 1622 Karl Rudolfen Echter von Mespelbrunn. Damit wurde eine Verbindung von den Rodesteinern zu den Echtern hergestellt.

Die seit dem 13. Jahrhundert im Odenwald und ab 1412 im Spessart nachweisbare Niederadelsfamilie der Echter starb mit Johann Philipp Echter *1647, +1665 in männlicher Linie aus.

1701 erlosch die Familie der Echter und ihre Lehen fielen größtenteils an Erbach.

Johann Leonhard Hübner wurde am 18. April 1714 in Brensbach geboren und starb am 6.04. 1795 in Brensbach. Nach Aussage von Theodor von Haupt, der den Leibzüchter Hübner persönlich in Brensbach aufgesucht hat, „war dieser Bauer Hübner ein wahres Kind, die personifizierte Dummheit und ein bewegliches Magazin toller Sagen.“ „Da aber Referent alles selbst aus dieses Bauern Munde ernsthaft hat erzählen hören, so glaubt er, daß der Bauer seine Augen nicht immer geschlossen gehalten hatte.“ Die Stube in Brensbach beschreibt Haupt als stinkendes Hundeloch mit Bett und Großvaterstuhl. (Theodor von Haupt, Ährenlese aus der Vorzeit, S.291) „Dieser Hübner und sein Nachbar besitzen ein Echterisch Haus, das noch mit alten Mauern umgeben ist.“ ( Reichenb. Protokoll vom 20.Dez. 1758 ) Er war mit Agatha Magdalena König aus Ober-Kinzig verheiratet ( *1.09.1717, +14.04.1771 ). Sie hatten 4 Kinder, die alle vor dem Vater starben, 3 im Kindesalter.

Sein Vater Johann Jacob Hübner stammte aus Nieder-Kainsbach, heiratete am 17.02.1711 nach Brensbach Anna Justina Jung (*16.02.1696, +27.12.1743) und starb in Brensbach ( *9.09.1680, +8.06.1748 ) (Ortsfamilienbuch Brensbach, genealogy.net)

1711 kauft Johann Jacob Hübner seinem Schwiegervater (Leonhard Jung, *21.07.1667, +31.01.1742 Brensbach) Haus, Scheuer und die ganze Hofraithe mit sammt den Gütern 1/2 echterischer Hof, 1/4 erbachisch wie es im Kaufbrief steht um 500 Gulden. (Vogteygerichtsbuch 1576-1725 von Brensbach, S.487 H.Göttmann)

Ab 1758 , zehn Jahre nach dem Tod seines Vaters, den er zu pflegen hatte (Leibzüchter), erzählt Johann Leonhard Hübner in Brensbach von dem Geisterzug in seiner Hofreite.

Die ältesten Bauern-Hofreiten in Fachwerkbauweise von Brensbach im oberen, südlichen Teil des Ortes, Heidelberger Straße 25, 27 und 29 , die beiden erst genannten mit einem gemeinsamen Tonnen-Gewölbekeller, wurden um 1800 abgerissen und durch Neubauten auf den massiven Kellern ersetzt.

Ab 1804 wurde der Schnellertsgeist in Brensbach nicht mehr wahrgenommen. (Heinrich Zehfuß, S 57)

Im Haus Nr. 27 , Rittisch-Heune, hatten 1858 – 1869 Martin Schaffnit und Elisabetha Schaffnit eine Wirtschaft. (Wilhelm Mohr, Brensbach. Die ältesten Häuser und ihre Besitzer, S.79)

 

Literatur, chronologisch:

Jakob und Wilhelm Grimm, Band 1 der Deutschen Sagen (363 Stück), 1816

Theodor von Haupt, Ährenlese aus der Vorzeit,1816;

Konrad Dahl, Der Burggeist auf Rodenstein oder der Landgeist im Odenwald, Frankfurt, 1816

Winterrische Schriften; Der Landgeist in der Grafschaft Erbach, Augsburg, 1825;

Heinrich Zehfuß, Die Herren von Rodenstein nebst Sage von den Wandergeistern auf Schnellerts und Rodenstein, Darmstadt 1825;

Dr. Johann Wilhelm Wolf, Rodenstein und Schnellerts, ihre Sagen und ihre Bedeutung für die deutsche Altersthumskunde, Jakob Grimm zum freundlichen Willkommen in Frankfurt, Darmstadt, 1848

Karl Schäfer, Eulenspiegel im Odenwald, Brensbach, 1911

Werner Bergengruen, Das Buch Rodenstein, Darmstadt, 1927

Friedrich Mössinger, Die Sage vom Rodensteiner, Mainz, 1962

Dascher, Die Heimat 1975, Nr.10/11;

Bormuth, Schnellertsbericht 1976, S.24;

Reutter, Schnellertsbericht 1981, S.30;1982, S.7;

Gertrud Großkopf, Schnellertsbericht 1990, S.3-12;