Hans Ulrich Colmar, Schnellertsbericht 1986, S. 40-58.

Um es vorwegzunehmen: Auch 10 Jahre Forschungsgemeinschaft Schnellerts konnten keine urkundlichen Hinweise über Erbauung und Zerstörung der Anlage auf dem Schnellertsberg zu Tage fördern, so daß jede Aussage darüber vorerst hypothetisch bleiben muß. Wenn dennoch Feststellungen getroffen werden können, die der historischen Wahrheit vermutlich sehr nahe kommen, dann ist das in erster Linie den intensiven Bemühungen von Wolfram Becher zu verdanken, auf dessen Aufsätze in den Schnellertsberichten der Jahre 1976 bis 1979 sich die folgenden Ausführungen im wesentlichen stützen.1)

I. Die Herren von Crumbach als mögliche Erbauer

Wenn es stimmt, daß Sagen einen historischen Kern haben, dann müßte zwischen den Burgen Rodenstein und Schnellerts irgendeine besitzgeschichtliche Beziehung bestanden haben, für die sich allerdings noch kein eindeutiger Beleg finden ließ. Immerhin gibt es eine Reihe von Anhaltspunkten, die in diese Richtung weisen:

  1. Die Herrschaft Crumbach erstreckte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bis ins späte 15. Jahrhundert auch über die Zent Kirch-Brombach, die mit ihrer eigentümlichen, zum Gersprenztal hin orientierten Randlage wohl nicht zu den Stammbesitzungen der Lützelbach-Breuberger gehört haben kann. Auch die dezentrale Lage von Kirch-Brombach läßt an einen früheren Bezugspunkt im Westen denken (vgl. Grafik).

    Verbindung und Entfernungen zwischen den Umliegenden Dörfern mit Kirch-Brombach

    Das Kirchspiel Kirch-Brombach im 14./15. Jhdt. (noch deckungsgleich mit der gleichnamigen Zent)

  2. Für die Tatsache, daß die Zent Kirchbrombach durch Heirat an Breuberg gelangt ist, spricht u.a. der ausgefallene Vorname Arreus oder Arrosius, der 1303-1314 bei einem Crumbacher auftaucht, während er vorher nur durch Arrois von Breuberg (1274-1328), einem Sohn Eberhards I. Reiz von Breuberg und der Mechtild von Büdingen bekannt war. Wenn sich nachweisen ließe, daß Luckardis, die Gerlach von Breuberg, Reichslandvogt in der Wetterau und bedeutendster Vertreter des Geschlechts (1269-1305), kurz vor 1280 heiratete, eine geborene von Crumbach, möglicherweise eine Tochter des Johannes von Crumbach (1256/75), war, dann wäre der Beweis für diese These Bechers erbracht.
  3. Älter als diese angenommene Heiratsverbindung sind die Rechte der Crumbacher im Raum Höchst an der Mümling, wo sie bereits um 1200 als Mitstifter und pfälzische Lehensvögte des eigentlich von Otzberg aus gegründeten Frauenklosters auftreten. So werden nacheinander Henricus de Crumbach als advocatus, Otto als filius advocati und dessen Sohn Otto (1256-1305) als Vogt in Höchst bezeichnet. Erst Otto`s des jüngeren Söhne Heinrich und der bereits erwähnte Arreus von Crumbach, die sog. nobiles viri et liberi (1303-14), verkaufen 1314 ihre Vogtei über das Kloster Höchst.
  4. Eine ganz merkwürdige Tatsache ist die überwiegende Verwendung des Wormser Maßes (1 Malter = einheitlich 111, 45 l; auch “kleines Maß genannt) 2) in den Zenten Kirchbrombach und Höchst, während die Zent Lützelbach und der Gerichtsstab Neustadt in der Regel sich des Aschaffenburger Maßes (1 Malter Korn =138, 87 l, 1 Malter Hafer = 173, 75 l; auch “Burgmaß“ genannt) bedienen. Da die Grenze des Lorscher Forstbanns von 1012 das Gebiet des Wormser Maßes schneidet, muß es für dessen weitgehende Gültigkeit in der Herrschaft Breuberg andere Gründe geben, die sich nach Lage der Dinge eigentlich nur in der Vorgängerherrschaft Crumbach finden lassen, für die zahlreiche Beziehungen zu Worms bekannt sind: So war der spätere Pfarrer in Bacharach Heinrich von Crumbach (1273-88) Kanoniker zu St. Andreas in Worms. Auch Rudolf (1345-87) und Heinrich von Crumbach (1345-68) begegnen uns als Geistliche bzw. der letzte auch als Cantor zu St. Andreas. Daß die Dalsheimer Linie der Rodensteiner im Wormser Raum seßhaft wurde, ist hinreichend bekannt und zuletzt durch Walter Betz wieder ins Bewußtsein der Odenwälder Heimatforscher gerufen worden.5) So ist Engelhard von Rodenstein (1511-1568) zu St. Paul in Worms bestattet, wo auch seine Tochter Agnes (1558-1617) ihre letzte Ruhestätte fand, während ihr Bruder Philipp II. von Rodenstein zunächst Domherr zu Herne und Speyer und von 1595 bis zu seinem Tod 1604 sogar Bischof von Worms war, wo er in der Bischofsgruft beigesetzt wurde. Daß Philipp III. von Rodenstein (1544-82), der in Fränkisch-Crumbach das Herrenhaus erbaute und spätestens 1579 die Reformation einführte, erbachischer Amtmann auf Breuberg war, unterstreicht die Verbundenheit der mittlerweile in den einfachen Ritterstand abgesunkenen Herren von Rodenstein mit den Nachfolgern der alten Herrschaft Breuberg.
    Es kann jedenfalls kein Zufall sein, daß auch das Fränkisch-Crumbacher und das Kirchbrombacher Maß mit 112, 33 l für 1 Malter Korn und 140, 42 l für 1 Malter Hafer identisch sind.

Die hier getroffenen Feststellungen lassen in Verhindung mit den archäologischen Befunden die Vermutung zu, daß die Burganlage auf dem Schnellerte vor 1240 von den Herren von Crumbach zur Absicherung ihrer rechts der Gersprenz gelegenen Besitzungen und zur Kontrolle des Kainsbachtals – vor allem gegenüber den erbachischen Expansionsbestrebungen – errichtet wurde.

II. Die Duborn-Starkerad als mögliche Besitzer

Da schon wenige Jahrzehnte nach ihrer Erbauung die Burg mit der Zent Kirchbrombach an die Herren von Breuberg gelangt sein dürfte, mit denen die Crumbacher verwandtschaftlich und freundschaftlich verbunden waren (?), verlor sie an strategischer Bedeutung, so daß man wohl bald bereit war, sie mit allen „Zugehörungen“ einem Vasallen als Lehen zu übertragen. Daran ist spätestens nach dem Aussterben der Breuberger im Mannesstamm mit dem Tod Eberhards II. im Jahr 1323 zu denken, ale der Ritter Starkerad Duborn (1314-48) als Burgvogt auf Breuberg die “verwaiste“ Herrschaft im Auftrag der Ganerben Wertheim, Weinsberg, Eppstein und Trimberg praktisch für ca. zwei Jahrzehnte ausübte.

Für eine mindestens vorübergehende Besitzerschaft der Starkerad sprechen folgende Gesichtspunkte:

  1. Die jeweiligen Inhaber der Herrschaft Breuberg pflegten ihre bewährten und verdienten Amtleute großzügig mit Lehen auszustatten. Man denke etwa an den Edelknecht Peter von Rorbach (1357/1375, gest. vor 1400), der als „Diener” der Eppsteiner u.a. mit Gütern und Berechtigungen zu Böllstein und Höllerbach (also ebenfalls im Schnellerts-Umfeld) belehnt wurde; auch die noch zu behandelnden Georg von der Jahn und Philips Freund waren Amtleute auf Breuberg, bevor sie von den Grafen zu Wertheim bzw. deren Erben ihre Lehen rund um den Schnellerts erhielten.
  2. Wappen Echter von Mespelbrunn von Weckbach

    Wappen der Echter von   Weckbach und der Echter von Mespelbrunn

    Die Duborn-Starkerad trugen das gleiche Wappen mit den drei Ringen wie die von Brensbach und die Echter, so daß für diese Familien eine gemeinsame Wurzel – allerdings vor 1200 – im Raum Brensbach angenommen werden kann. 4) Da nun die Starkerad von allen in Frage kommenden Vasallen der Breuberger in der Zent Kirchbrombach am reichsten begütert waren und außer dem Castrum Brombach die Burg auf dem Schnellerts die einzige Befestigung innerhalb der Zent gewesen sein dürfte, liegt eine Besitzerschaft dieser angesehenen Adelsfamilie nahe.

    Wappen von Brenbsach Dubhorn Starkerad von Reckershausen

    Wappen derer von Brensbach und Duborn- Starkerad von Reckershausen

    Sollte sich die Vermutung bestätigen, daß Starkerad Duborns zweite Gemahlin Mechtild (+ 1347) identisch ist mit der gleichnamigen Tochter (1317-29) des Arrois von Breuberg, so erhielte die hervorragende Stellung der Starkerad unter den breubergischen Vasallen eine plausible Erklärung und die Belehnung mit der Schnellertsburg noch größere Wahrscheinlichkeit.

  3. Daß die Starkerad in Rimhorn Rodensteiner Lehensträger waren, könnte ein Hinweis auf alte Beziehungen zu den Crumbachern und ihrer Burg auf dem Schnellerts sein.
  4. Über eine Vorbesitzerschaft der Starkerad, die sowohl mit den von Hochhausen als auch mit den von Erlebach verwandtschaftlich und freundschaftlich verbunden waren, läßt sich der Übergang auf diese Familien am leichtesten erklären.

III. Hieß die Burg “Hochhausen“?

Da mittlerweile mehrfach bewiesen wurde, daß die am Fuß des Schnellerts gelegenen Haalhöfe früher ein eigenes Dörfchen mit dem Namen Hausen bildeten, (so wird in den letzten gansischen Lehensbriefen von 1668 (StAWt, R/US 1668) und 1687 (StAWt, R/US 1681) Hans Daum noch als Besitzer einer “Hube gelegen zu Hausen“ bezeichnet, während er in einem von ca. 1690 stammenden Gültregister (StAWt, L 7 A/31a) als Schultheiß und Inhaber der gansischen Hube zu Ober-Kainsbach genannt wird), wäre durchaus denkbar, daß man eine an dem Berg oberhalb von Hausen erbaute Burg “Hochhausen” nannte. Mit Sicherheit hieß sie nicht „Schnellerts“, da die Bezeichnung “das Schnellert“ ausschließlich als Flurname verwendet wurde (die mittelhochdeutsche Form „snelhart“ enthält eindeutig den Bestandteil “Haardt” für „Wald“, wie er etwa in der Bezeichnung für den zwischen Affhöllerbach und Böllstein gelegenen bewaldeten Berghang bis heute erhalten ist). Die “snelharts wiese“ des Wertheimer Zinsbuchs von 1426 war nicht, wie Becher vermutete, der unbewaldete südöstliche Teil des Berges, sondern lag im Tal, unmittelbar an den Kainsbach und die Haalhöfe grenzend, wie zwei Originalskizzen von ca. 1721 (StAWt, A/31 b) deutlich zeigen.

Die Schnellertswiese, umgeben von Kainsbach und. “Simon Damme Wäldgen"

Die Schnellertswiese, umgeben vom Kainsbach und “Simon Daums Wäldgen“

Die Hypothese einer Namensgebung “Hochhausen” wäre ohne größeres Interesse, gäbe es nicht eine Adelsfamilie, die sich „von Hochhausen“ nennt und genau in den hier wichtigen Zeitraum von 1347 bis 1379 in Erbacher Urkunden in Erscheinung tritt. Da nun Peter von Hochhausen (1348/50) sowohl Amtsnachfolger Hermanns II. Duborn (1314-41; Bruder des Starkerad Duborn, Vogt zu Breuberg) als Mainzer Burgvogt zu Fürstenau war als auch dessen Schwiegersohn als Ehemann von dessen Tochter Jutta Duborn (1366 Witwe), wäre ein Übergang der angenommenen Starkerad-Burg auf dem Schnellerts an diese Familie und das plötzliche Auftauchen des vorher im inneren Odenwald unbekannten Namens „von Hochhausen“ denkbar, nannten sich doch häufig Ritter nach der von ihnen bewohnten Burg (vgl. Crumbach – Rodenstein; Reiz von Lützelbach – Breuberg). Auf der Suche nach den alten Namen dieser Familie stößt man auf die “von Scellenbuch“, die nach Becher den Burgsitz im Erbacher Städtel vor den Hochhausen besessen haben müssen und in Urkunden von 1255 bis 1388 auftauchen. Wenn nun ”Huk, ein Ritter von Erpach“, der 1348 mit seiner Gattin Femele dem Kloster Himmelthal Berechtigungen in Erlenbach vermachte, ein Hochhausen war und seine Frau, Euphemia eine von Erlebach, dann wäre erklärlich, warum nach dem Verkauf des von Erbach zu Lehen gehenden Hochhausenschen Besitzes durch Peters Witwe Jutta und seine Kinder Hermann, Ruckelin, Conrad und Hennychen im Jahre 1366 die von Erlebach ihre Ansprüche auf ein breubergisches Lehen, das die Burg auf dem Schnellerts mit ihren Zugehörungen einschloß, geltend machten.

Wappen von Hochhausen

Wappen derer von    Hochhausen

Auch die Ähnlichkeit des Wappens (die von Hochhausen führten den Schrägbalken wie die Echter, die von Brensbach und die Starkerad, nur daß bei diesen der Balken zusätzlich mit drei Ringen besetzt war) sollte in diesem Zusammenhang bedacht werden!

Gegen die oben zum Namen der Burg aufgestellte Hypothese sprechen allerdings neuere Erkenntnisse des Heraldikers Alfred F. Wolfert/Berlin, die er unserem Mitarbeiter Thomas Steinmetz in einem   Brief vom 28.8.1985 freundlicherweise zur Verfügung stellte:

Er verweist in diesem Zusammenhang auf eine Becher noch unbekannte Urkunde aus dem Jahr 1372 nach den „Würzburger Urkundenregesten vor dem Jahr 1400“ (Nr.167) von W. Engel, aus der hervorgeht, daß Herman, Ruckeln und Hennich von Hochusin, Gebrüder, ihren Zehnt zu Walbach (= Ober-Unter-Balbach, 12 km südlich Tauberbischofsheim) als Wertheimer Lehen an Kunz Echter und seine Ehefrau Jutta, geb. von Gonsrod, verkaufen. Hierbei handelt es sich mit Sicherheit um die gleiche Familie, die uns 1366 und 1379 mit Besitz in Stockheim, als Erbacher Lehen, begegnet (Simon, Erbacher Urkunden LXXVIII und XCIX), denn auch dort treten Cunz Echter und seine Gemahlin Jutta als Käufer in Erscheinung.

Da nun die von Hochhausen, die sich nach dem ca. 5 km nördlich Tauberbischofsheim gelegenen Ort nennen, bereits seit 1244 urkundlich belegt sind (ein Sifridus de Hochusin miles tritt in diesem Jahr als Zeuge für Schenk Konrad von Klingenberg auf; Krieger I/993-994, ZGO 4/422), ist es höchst unwahrscheinlich, daß sich die Erbacher von Hochhausen erst nach dem Erwerb der Burg auf dem Schnellerts so nannten. Somit bleibt der Name der Schnellertsburg weiterhin im Dunkeln.

Wolfert vermutet schließlich, daß die aus dem Taubertal stammende Familie erst durch die Mitgift ihrer Odenwälder Ehefrauen von Schöllenbach, Duborn u.a. Träger Erbacher und Wertheim-Breuberger Lehen geworden sind.

IV. Die von Erlebach als, einzig nachweisbare Besitzer

Bei der in bezug auf den Schnellerts ausgesprochenen dürftigen Urkundensituation muß es als Glücksfall bezeichnet werden, daß überhaupt ein Lehensbrief mit Revers aufgefunden werden konnte, der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Schnellertsburg bezieht: es handelt sich um die Urkunde 624/159 im Staatsarchiv Wertheim, in der Graf Johann I. von Wertheim (1373-1407) am Sonntag Vincentii (nicht Samstag, wie Becher annahm), dem 22.1.1391, dem Gerhard von Erlebach (1391/1398) “sin Huß gelegen zu Kunspach mit sin zugehorden“ zu „sinem rechten manlehen“ verleiht.

Lehensbrief von Graf Johann zu Wertheim

Lehensbrief von Graf Johann zu Wertheim. Man beachte in den Zeilen 3 und 4 „sin Huß gelegen zu kunspach“.

Wolfram Becher ist zuzustimmen, daß hier ein „festes Haus“ gemeint sein muß (man vergleiche die häufige Bezeichnung “Hus zu Brewberg“ für die Burg Breuberg); und da in Ober-Kainsbach von einer anderen Befestigung nichts bekannt ist, kommt bis zum Beweis des Gegenteils nur der Schnellerts in Frage.

Lebensrevers des Gerhart von Erlebach

Lebensrevers des Gerhart von Erlebach (das vorletzte Wort heißt eindeutig ”suntag“)

Während die aus dem Gersprenzraum stammenden Starkerad seit der Mitte des 14. Jahrhunderts auch als Lehensträger in der alten breubergischen Stadt Wörth am Main auftreten (1359 “zwei Morgen Wingarts zum Werde”, 1408 “ein Hoff zu Werde“), dringen die von Erlebech, die Gans von Werde bzw. Gans von Otzberg mehr und mehr ins Odenwaldinnere ein. Dabei haben mit Sicherheit Heiratsverbindungen eine Rolle gespielt, von denen nur ein kleiner Teil bekannt ist. So war Gerhards II. von Erlebach Schwester Hille nacheinander mit Heinrich Kuche von Ramstadt und (1375) mit einem Bach von Wassenbach verheiratet; sein Sohn Fritz von Erlebach d.Ä. hatte zwar eine Else Gans zur Frau, doch tritt er 1437 und 1439 als Vormund für Philipp Starkerad (1437-51) urkundlich in Erscheinung, was nicht erst auf die Eheschließung seines Sohnes Fritz von Erlebach d.J. (1439-53) mit Jutta Starkerad von Breuberg (+1492 als Letzte ihres Geschlechts; Grabmal an der Stadtkirche zu Michelstadt) zurückgehen muß, sondern frühere Heiratsverbindungen der beiden Familien wahrscheinlich macht.

Das Grabmal der Jutta Starkerad von Breuberg.

Das Grabmal der Jutta Starkerad von Breuberg geb. von Erlebach an der Stadtkirche zu Michelstadt.

v. Erlenbach Gans v. Werde Gans v. Otzberg

v. Erlenbach, Gans v. Werde, Gans v. Otzberg

Nimmt man nun noch die oben angedeutete Verwandtschaftbeziehung zu den von Hochhausen und die erbachnahe Stellung von Gerhard I. von Erlebach, der 1387 als “Selebewerer” (Testamentsvollstrecker) für Schenk Heinrich I. fungiert, so ist die Belehnung mit dem “Huß zu Kunspach“ mehrfach begründet.

Schon im Lehensbrief des Grafen Johann von Wertheim vom 24.11.1405 (G 24/159) für Gerhard II. Söhne, Fritz und Heinrich von Erlebach, sowie deren Vetter Hans ist allerdings von einem „Huß“ nicht mehr die Rede. Statt dessen heißt es

„alle ire gute die sie habent zu obern kunspach zu Gersprenze und in beiden marken daselbst faudye (Vogtei) gerichte zinß und gulte mit iren rechten und zugehorden, und ire zehenden deselbst clein und groß“.

Da auch in allen späteren Lehensbriefen und -reversen derer von Erlebach sowie ihrer Besitznachfolger nur von den Anteilen bzw. Berechtigungen zu Ober-Kainsbach gesprochen wird, kann mit Sicherheit auf eine Zerstörung der Burg zwischen 1391 und 1405 geschlossen werden, was mit den Befunden der Ausgrabungen sehr gut übereinstimmt.

V. Die Bach von Raibach bzw. Neustadt als möglicherweise letzte Nutzer der Burg

Die Stammsitze der Familien Gans und von Erlebach lagen zu Wörth am Main, der gansische Hof „zu Werde by dem meindam“ (Revers des Fritz von Erlebach für Johann II. v. Wertheim vom 23.12.1425) (G24/159). der erlebachsche „zum werde nebst undwendig der kirchen“ (in dem oben bereits zitierten Lehensbrief von 1405). Da der Schwerpunkt ihrer Besitzungen im Raum Wörth, Seckmauern, Walderlenbach lag, ist zu vermuten, daß sie auch ihren Wohnsitz in dem Städtchen am Main hatten und die ihnen verliehene Burg auf dem Schnellerts einer anderen Familie zur Nutzung überließen. Hierfür kommen ohne weiteres die Bach in Frage, da, wie oben bereits erwähnt, Hildegard von Erlebach in 2. Ehe mit Heinrich oder Johann Bach von Waschenbach (1375/1400/1405) verheiratet war. So könnte dessen Sohn, Peter von Raibach (1388 – +1397?)letzter Schnellertsherr gewesen sein und bei der Erstürmung der Burg sein Leben gelassen haben.

Von seinen vier Söhnen Jörg (der übrigens Agnes von Erlebach, eine Tochter des o.g. Hans heiratete und sich nach der Erbauung einer Wasserburg am Neustädter Hof um 1400 „von Nuwenstatt“ nannte), Henne, Syfrit und Helfrich schlossen die drei erstgenennten am 31.8.1397 einen Vertrag mit Schenk Johann III. von Erbach (1381/+1418), der als Quittung für eine Sühneleistung verstanden werden muß für einen “Schaden, den er (Schenk Hans) unsern Vetter und uns zugefugt hatte“ (Daniel Schneider, Urk.ll, 0XVll, 5). Wenn hiermit die Zerstörung der Burg auf dem Schnellerts gemeint sein sollte, wäre ein wertvoller terminus ante quem gewonnen, denn die Erstürmung müßte dann_vor dem 31.8.1397 erfolgt sein.

Diese Argumentation ist insofern überzeugend, als die fünf Schenken von Erbach (darunter Hans III.) am 20.12.1396 einen Vertrag mit den Pfalzgrafen Ruprecht dem Älteren, dem Jüngeren und dem Jüngsten gegen die räuberischen Uberfälle aus der Burg Breuberg (daz wir uß dem Sloß Bruberg gekrieget, geschedigt und verunrecht werden“, Simon, Urk. CXL, S.139) schlossen, womit zwar in erster Linie die Brüder Gottfried und Eberhard von Eppstein sowie die von Horbach gemeint sein mochten, doch kann man dies vermutlich im weiteren Sinn auf das Raubritterwesen schlechthin beziehen. Eine außer Kontrolle geratene Schnellertsburg im unteren Kainsbachtal muß den Erbachern in jedem Fall ein Ärgernis gewesen sein, so daß ihnen – wohl auch im Einvernehmen mit Wertheim – an einer Ausschaltung gelegen war. Der Pfalzgraf mußte seinerseits am ungehinderten Zugang zu den 1390 von Fulda erworbenen Ämtern Otzberg und Umstadt interessiert sein. Die bei den Ausgrabungsarbeiten im Ruinengelände gefundenen Steinkugeln von der Größe eines Menschenkopfes wurden von Alois Meixlsperger dem Kaliber zugeordnet, wie es am 21.7.1399 aus der Steinbüchse des Pfalzgrafen Ruprecht zur Erstürmung der Burg Tannenberg bei Seeheim an der Bergstraße verschossen wurde. Diese Feststellung gemeinsam mit dem Vertrag von 1396 legt den Schluß nahe, daß auch die Burg auf dem Schnellerts mit pfälzischer Unterstützung gebrochen wurde. Falls dies nach Vertragsabschluß geschah, müßte der Schnellerts zwischen dem 20.12.1396 und dem 31.8.1397 gefallen sein.

VI. Das weitere Schicksal der Burg(ruine) und ihrer Zugehörungen

Wenn es richtig ist, daß die Schenken von Erbach den Erlebachern nicht gram waren, dann gilt dies wohl erst recht für die Grafen von Wertheim, die deren Lehensbriefe bis zum Aussterben der Familie immer wieder erneuern. Diese Tatsache kann als weitere Stütze für die These dienen, daß nicht die Erlebacher selbst, sondern die Bache zuletzt den Schnellerts bewohnten und auch für seine Zerstörung verantwortlich waren.

Allerdings wurde der Burgkopf offensichtlich nie wieder an Vasallen verliehen, er blieb vielmehr durch die Jahrhunderte in Händen der Wertheimer Herrschaft selbst, so daß er auch im Reichenberger Vertrag vom 12.2.1551 nicht mit Ober-Kainsbach an Erbach kam, sondern bei der Zent Kirchbrombach verblieb. Noch heute liegt das Areal auf Affhöllerbacher Gemarkung und ist im Besitz der Fürsten zu Erbach-Schönberg, an die der erbachische Anteil an der Herrschaft Breuberg bei der Landesteilung der Grafschaft im Jahr 1747 gelangt war. Dieses zähe Festhalten der Herrschaft am Besitz gerade des Berggipfels mit der Ruine ist – zunächst wohl bewußt, später unbewußt – als Vorsichtsmaßnahme gegenüber allen Versuchen zu werten, das Burggelände noch einmal zum Ausgangspunkt militärischer Abenteuer zu machen.

Es stellt sich nun die Frage nach den “Zugehörungen”, die im Lehensbrief von 1391 noch völlig undifferenziert als „ein zugehorden“ bezeichnet werden. Die seit 1405 in den erlebachschen Lehensbriefen aufgezählten Einzelberechtigungen („Vogtei zu Kunspach und Gerspentze mit Zehnten groß und klein“) stellen nach Meinung des Verfassers nur einen Teil der früheren Schnellerts-Zugehörungen dar, da es recht unwahrscheinlich ist, daß z.B. Hausen selbst (= die Saal) und die Stierbacher Hube am Fuß des Schnellertsbergs nicht dazugehört haben sollen; auch Affhöllerbacher und Böllsteiner Buben hätten das Besitzbild sinnvoll abgerundet. Ein Blick auf die Grafik „Gansiscber Hubenbesitz rund um den Schnellerts“ macht das hier Gemeinte deutlich: Vermutlich wurde nach der Zerstörung der Burg das Zubehör auf die beiden verwandten Familien von Erlebach und Gans von Werde bzw. von Otzberg aufgeteilt und getrennt verliehen, vielleicht auch, um die Erlebacher nicht zu mächtig werden zu lassen.

Gansischer Hubenbesitz rund um den Schnellerts

Gansischer Hubenbesitz

Gansischer Hubenbesitz rund um den Schnellerts (nachgewiesen seit 1439)

Leider datiert der älteste (in Kopie) erhaltene Lehensbrief des Grafen Johann II. von Wertheim (1407-1444) für Hans II. Gans (1439-1461) erst vom 21.11.1439 (StAWt G 24/124). Da 1439 jedoch das Todesjahr seines Vaters Dieter II. Gans (1372-1439) war, ist stark anzunehmen, daß dieser bereits, neben seinen pfälzischen in den ehemals fuldischen Ämtern Umstadt und Otzberg gelegenen, die Wertheimer Lehen in der Zent Kirchbrombach trug, die 1439 für seinen Sohn erneuert wurden. Denn gerade Diether II. Gans stand bei den Grafen zu Wertheim in außerordentlichem Ansehen: so begegnet er z.B. als Siegelzeuge für Graf Michael I. zu Wertheim (1400-1440) beim Brombacher Landgericht am 2.7.1421 und beim Herrngericht zu Höchst am 28.3.1424 (StAWt, G 24, 9-12), wo er für seinen Sohn Dietherich Gans von Otzberg den Jungen (Dieter III., 1424-1457, der spätere Zollschreiber von Gernsheim) siegelt.

Die gansischen Lehen bleiben bis zum Aussterben der Familie mit Johann Pleickhard Gans am 25.5.1694 unverändert und fallen danach an die Gemeinherrschaft Breuberg zurück, wenn auch die erbachische Hälfte noch einmal an den um die Grafschaft sehr verdienten Oberamtmann Adolf Friedrich Pfreundt (1635-1716) verliehen wird. Die Hubgüter werden allerdings auch danach noch gesondert als gansische Güter verwaltet, deren Abgaben zwischen den Häusern Löwenstein, Erbach-Fürstenau und Erbach-Schönberg aufgeteilt werden (noch heute gibt es in Affhöllerbach die Flurbezeichnung “Ganzische Gewann“, die den Einwohnern völlig unverständlich ist). Im Gegensatz dazu haben die erlebachischen Lehen ein wechselvolleres Schicksal, bedingt durch das frühere Aussterben der Familie mit Dieter von Erlebach am 20.10.1507.

Hier muß zunächst erwähnt werden, daß die von Erlebach aufgrund der oben beschriebenen verwandtschaftlichen Bindungen zu den Starkerad seit Mitte des 15. Jahrhunderts zu Mitbesitzern an deren Lehen geworden waren: So nennt der Revers für Graf Georg I. von Wertheim (1444-54) vom 20.10.1445 (Simon, Breuberger Urk.Nr.53) Fritz von Erlebach d.J. (1439-53) und seinen Schwager Philipp Starkerad (1437-1451), den letzten männlichen Vertreter seines Stammes, als gemeinschaftliche Lehensinhaber zu Höllerbach (man erinnere sich in diesem Zusammenhang daran, daß auch der genealogisch noch nicht so recht einzuordnende Peter von Rorbach am 4.4.1375 von Eberhard von Eppstein (1348-1391) Berechtigungen in Höllerbach als Lehen empfing).(StAWt, G 24, 9-12). Der Besitz von Höllerbach war insofern von großer Bedeutung, als er nach dem Aussterben der Starkerad ungeteilt den von Erlebach bzw. ihren Lehensnachfolgern zufiel, wodurch deren Einfluß im Gersprenzraum wesentlich verstärkt wurde.

Als mit Dieter von Erlebach, der mit seinem Bruder Dietrich 1468 die St.Wolfgang-Kirche in Weckbach erbaut hatte, am 20.10.1507 der letzte männliche Erlebacher starb, setzte ein erbittertes Ringen um die Lehensnachfolge ein, da Dieters Schwiegersohn Johann von Hattstein (1498-1540), im Namen seiner Frau Margarethe geb.von Erlebach (1521-1545) mit Nachdruck Ansprüche geltend machte. Als Amtmann zu Höchst am Main hatte von Hattstein gute Beziehungen zu Graf Eberhard IV. von Eppstein-Königstein (1498-1535), der seine Forderungen gegenüber der Herrschaft Wertheim nachhaltig unterstützte. So kam es in den Jahren 1511 (zu Aschaffenburg), 1513 und 1527 (zu Umstadt) (StAWt, G 24, 143 u.144) zu Verhandlungen, deren Ergebnis darin bestand, daß von Hattstein lediglich die von den Erlebachern später dazugekauften Güter – besonders den Starkerad-Hof – beanspruchen konnte, nicht jedoch die alten Mannlehen, wie z.B. Vogtei und Zehnten zu Ober-Kainsbach und Unter-Gersprenz, die zu Recht an die Herrschaft Breuberg zurückgefallen waren.

Graf Michael II. von Wertheim (1452-1531) hatte nämlich längst vollendete Tatsachen geschaffen, indem er die heimgefallenen Lehen „aus Gnade“ seinem verdienten Amtmann zu Breuberg Georg von der Jahn dem Älteren 1  verliehen hatte, nach dessen Tod es wiederum heimfallen sollte, um dann Johann von Hattstein bzw. seiner ältesten Tochter zugute zu kommen. Dies schien plausibel, denn Georg von der Jahn war unverheiratet und kinderlos, so daß keine “manlichen leibslehens erben“ vorhanden waren. Er muß es Jedoch verstanden haben, nach Michaels II. Tod von der Wertheimer Vormundschaft den geänderten Lehensbrief vom 26.8.1532 (alle das jahnische Lehen betr. Urk. StAWt, R.47, Nr.10) zu erwirken, in dem von ihm und seinen „manlichen lebenserben“ die Rede ist. Damit war für seinen gleichnamigen Verwandten – wohl einen Neffen Georg von der Jahn den Jüngeren (l560/+März 1569) der Weg frei, seinerseits – erfolgreich, wie der Lehnsrevers vom 15.10.1560 zeigt – Anprüche geltend zu machen.

Das mittlerweile sogenannte jahnische Lehen umfaßte u.a.:

      • 1 Hof zu Walterlebach, der weiland Sybold Gans gewesen,
      • 1 Hube zu Seckmauern,
      • 1 Hof zu Werde neben Sybold Gans,
      • 1 Hof zu Werde, der Heinrich Starkerads seligen gewest ist (von der Erbfolge ausgenommen),
      • Berechtigungen zu Trinfurt,
      • den Teil an Vogtei und Gerichten zu Konspach und Gersgrenz, den die Erlebach gehabt,
      • 1 Hof, zu Werde, welchen Heinrich von Sickingen inngehabt,
      • Holderbach (=Höllerbach) mit Vogtei und Gericht (5 1/4 Huben!)

 

Die Witwe des Jüngeren von der Jahn, Elisabeth geb. von Bobenhausen (1561-1585), bezieht ab Weihnachten 1570 bis zu ihrem Tod Jährlich 50 Gulden aus der Breuberger Rentei, wofür fast sämtliche Quittungen erhalten sind. Die männlichen jahnischen Verwandten gehen allerdings leer aus, denn das 1569 heimgefallene jahnische Lehen wird von den Erben der Wertheimer Grafen (Eberstein, Löwenstein, Manderscheid) am 20.1.1575 wieder einmal an einen verdienten Breuberger Amtmann vergeben: Philips Freundt den Älteren, nach dessen Tod es am 22.2.1589 in Form einer

„Lebensverschreibung über 40 Gulden Jahreszins von 800 Gulden Hauptsumme anstatt des jahnischen Lehens“

an seinen Sohn Philips Freundt den Jüngeren wenigstens zum Teil übergeht. Schon der ältere Freundt konnte allerdings nur das halbe jahnische Lehen empfangen, da Graf Georg III. von Erbach (1548-1605) als Mitherr seine Zustimmung für die vollständige Vergabe versagte.

Nun wird klar, weshalb bis ins 19. Jahrhundert hinein im Schnellerts-Raum von jahnischen und gansischen – auch „freiadelich Pfreundtschen“ – Schultheißen, Zensiten, Zehnten usw. die Rede ist: es handelt sich nach Meinung des Verfassers um die Reste einer Erbmasse der alten Schnellerts-Zugehörungen, die hiermit zum größten Teil aufgeklärt sein dürften. Weitere besitzgeschichtliche Erforschung des Odenwälder Kleinadels wird dieses Bild noch abrunden: so sollte dem Besitz des Hamman Waltmann „zu Oberkünspach mit allen zugehordan, vaudy, gericht …“ einmal nachgegangen werden (Lehensbrief vom 30.12.1425 des Schenken Otto von Erbach; Simon, Urk. CCVIII) sowie dem Verkauf dieser Berechtigungen an Hans von Wallbrunn IV. (1410-1484) am 3.9.1482 (Simon a.a.0.).

Auch die Rolle des als Vorbesitzer eines Teils der jahnischen Lehen genannten Heinrich von Sickingen bedarf noch genauerer Klärung. Ob und inwieweit die Pavey, als deren Generben die Gans von Otzberg mehrfach in erbachischen Urkunden genannt werden, als Zwischenbesitzer des Schnellertskomplexes in Frage kommen, wäre ebenfalls zu prüfen. Wenn schon keine aufsehenerregenden Originalurkunden aus der Frühzeit mehr erhofft werden können, sollte die weitere Forschung ihr Augenmerk auf alle möglichen Folgebesitzer richten, um auf dem Umweg des Rückschlusses neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Als Bestätigung der These des Verfassers, vor allem die Gans und die Erlebach seien als Erben des Schnellerts-Besitzes anzusehen, mag auch die Tatsache dienen, daß mehrere jahnische (d.h. vorher erlebachsche) Untertanen zu Unter-Gersprenz gleichzeitig gansische Hubenbesitzer sind. Dies gilt z.B. für Hans Eisenhauer (1673/79), Conrad Post (1673/76), Conrad Laber (1673/81), Bastian Daum (1673/80) sowie für dessen Vater Hans Daum, den gansischen Schultheißen in der Haal, der besitzmäßig an den sogenannten Wünschbachgütern beteiligt war. Sein Enkel Hans Simon Daum (1695-1752) ist in den Jahren 1742-48 als Sagenberichterstatter für die sog. Reichenberger Protokolle bekannt geworden und als einer der wichtigsten Zeugen für das geheimnisvolle Treiben des Schnellerts-Herrn in die Geschichte eingegangen, womit sich der Kreis wieder schließt.

Der besseren Übersichtlichkeit wegen seien die recht komplizierten Besitzverhältnisse noch einmal tabellarisch zusammengefaßt:

Die vermuteten Besitzer

Die vermuteten Besitzer der
Schnellertsburg und ihrer
Zugehörungen
angenommener
Zeitraum
möglicher
Besitzzusammenhang
Herren von Crumbechvor 1240 - 1280Erbauer der Burg
Herren von Breuberg1280 - 1323Erwerb durch Heirat
Duborn-Starkerad1323 - 1347Breuberger Lehen
von Hochhausen1348 - 1366Breuberger Lehen (Verwandtschaft zu den Sterkerad)
von Erlebach1367 - 1397Breuberger Lehen (Verwandtschaft zu Starkerad und Hochhausen)
Bach von Waschenbach bzw. Raibach und Neustadt1391 - 1397mögliche Nutzer als Verwandte der Erlebach
Schnellertswald mit Ruine Herrschaft Breuberg und ihre Besitznachfolger, die - Grafen zu Wertheim, Fürsten zu Löwenstein und zu Erbach-Schönberg1397 - 20.Jhdt.

Die früheren Zugehörungen als breubergische Lehen an

Zugehörungen
von Erlebach
Zeitraum
1405 - 1507
von der Jahn1511 - 1569
Freundt (Werth.Hälfte)1575 - 1589
Freundt (Lehensverschreibung)1589 - ?
Gans von Otzberg1439 - 1694
Pfreundt (Erb.Hälfte)1697 - 1716
Pfreundtsche 'Pupillen" (Erb. Hälfte)1716 - ca.1750

Danach Rückfall an die Gemeinherrschaft Breuberg.

 

Literaturhinweise:

1. Wolfram Becher:

2. Rudolf Krause:

  • Umrechnung der im ehem. Großherzogtum Hessen vor 1817 gebrauchten Ortsmaße, Darmstadt, 1956

3. Walter Betz:

  • Die letzten Rodensteiner und ihre Grabmäler, in „Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften III“, Breuberg-Neustadt, 1980, S. 237 ff.

4. Alfred F. Wolfert:

  • Wappengruppen des Adels im Odenwald-Spessart-Raum (Zeichnungen von Roebel) in „Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften II“, BreubergNeustadt 1977, S. 325 ff.
  1. (1511-1560 ?)