Wolfram Becher, Schnellertsbericht 1978, S. 18-23.

Wer nach den Ausgrabungsfunden der letzten Jahre etwa immer noch Zweifel an einer gewaltsamen Zerstörung der Burg auf dem Schnellerts gehegt haben sollte, dürfte jetzt wohl durch die Auffindung einer steinernen Kanonenkugel endgültig überzeugt worden sein. Die stark deformierende Zertrümmerung des Mauerwerks an der Turmseite hatte den Verfasser dieser Zeilen schon länger mit dem Gedanken einer möglichen Beschießung liebäugeln lassen. Dazu kommt die Feststellung gewisser undefinierbarer Schanzen- oder Planierungsreste auf der knapp 500 m südostwärts vorgelagerten, überhöhenden Felsenkuppe 357, 6 m ü.N.N.: (m. E. waren sie besonders Herrn Schneider aufgefallen), die man sehr wohl als die Spuren einstiger Geschützstellungen deuten könnte.

Da nach Herrn Meixlspergers sachkundigem Urteil derartige Steinkugeln 1399 vor Tannenberg aus kurpfälzischen Rohren verschossen wurden, wird die im Schnellertsbericht (SB) 1976, S. 16, vom Verfasser angedeutete Vermutung erheblich konkretisiert: dort wurde die Ansicht vertreten, Schenk Hans III.v. Erbach habe im Jahre 1396/97 – vielleicht mit pfälzischer Unterstützung – die Schnellertsburg gestürmt und zerstört. Nach dem Fund der Büchsenkugel wäre das Wort „vielleicht“ durch „höchstwahrscheinlich“ zu ersetzen. Die Datierung wird jetzt noch deutlicher.

Der weiterhin geäußerte Gedanke, das pfälzische Eingreifen auf dem Schnellerts könnte in einen Zusammenhang gebracht werden mit der 1390 durch Kauf erfolgten Besitzübernahme des Schlosses Otzberg mit der dazugehörigen Hälfte der alten Mark Umstadt durch die Kurfürsten, ist ebenfalls nicht abwegig. Die fragwürdige Tätigkeit der Brüder Gottfried und Eberhard v. Eppstein als Mitbesitzer der Schlösser Breuberg und Kirch-Brombach(l) in Verbindung mit den Selbstbehauptungs-Bestrebungen des unruhigen Kleinadels der Landschaft (SB 76) könnte nicht nur zu dem urkundlich bezeugten Bündnis Pfalz-Erbach i. J. 1396 gegen die räuberischen Überfälle aus dem Schlosse Breuberg (was man geografisch gar nicht eng zu nehmen braucht) geführt haben, sondern auch zur Zerstörung der Schnellertsburg, die in der damaligen Situation nicht, wie wohl einstens, den pfälzischen Zugang zum Otzberg mit absicherte (SB 77, Skizze S. 13), sondern eher jetzt, wie ein Keil, von Osten her zu stören in der Lage war.

Über die im einzelnen schwer durchschaubare Rolle der Ministerialenfamilien in dieser Zeit der Verfestigung der grösseren Territorialherrschaften wurde im SB 76 ausführlich behandelt. In den Grenzzonen hatten sie ihre, mitunter sogar allodialen, Kleinbesitzungen und bauten, wenn sie konnten, feste Stützpunkte. Das mißfiel jedoch in der Regel mindestens einem ihrer größeren Nachbarn, die zugleich sämtlich ihre Lehnsherren über kleinere Besitzstücke waren, und so war die Herrlichkeit ihrer mit bescheidenen Mitteln erstellten Kleinburgen, Daubhäuser oder wie sie sonst genannt wurden, meist nur von kurzer Dauer.

Kleinburg Zeichnung: W. Becker

Zeichnung: W. Becher

Ein neues Beispiel hierfür hat das vergangene Jahr in Weckbach (im Ohrenbachtal) gebracht: schon immer bekannt war dort im Wiesengrund der Platz einer einstigen Wasserburg, ursprünglich zuzuordnen der Abtei Amorbach oder ihren Vögten, den Edelherren v. Dürn und somit seit dem 13. Jhdt. unter Mainzer Oberhoheit und schwerpunktmäßig im Besitz der Familie Rüdt v. Collenberg. Sie ist erst im 18.Jhdt. völlig unbewohnbar geworden. Josef Straub (Stadtamtsrat i. R. Amorbach) hat in dem „Handbüchlein 700 Jahre Weckbach“ (1977) erstmals Genaueres darüber beigebracht.

Während von diesem Bauwerk heute kein Stein mehr über der Erde zu sehen ist, freut sich jeder durchfahrende oder durchwandernde Besucher über die schmucke, kleine St. Wolfgangskirche, eine Filiale von Weilbach. Nach der Bauinschrift über dem Eingang auf der Südseite wurde sie 1486 von den Brüdern Dieter und Dietrich v. Erlebach errichtet. 1776 wurde das Schiff um eine Fensterachse verlängert. Auf der westlichen Giebelseite eingemauert befindet sich eine Rechteckplatte mit zwei Wappenschilden. Sie zeigen die Ehewappen des Elternpaares der beiden Brüder. Sie sind somit die Visitenkarte des Mainzer Hofmarschalls Johann von Erlebach (urkdl. 1433-54), der zeitweilig auch Vizedom zu Aschaffenburg und Hofmeister und Amtmann zu Steinheim gewesen ist. (Vgl .W. Möller im Archiv f. Hess. Geschichte und Altertumskunde, NF. 24,8. 147 ff.) Er war, als Sohn seines Vaters Hans, der Enkel jenes Gerhard V. Erlebach, der 1391 „sin Huß zu Kunspach” von Graf Johann als wertheimisch-breubergisches Lehen empfangen hatte.( SB 76, S. 12/13). Er war aber auch der – jüngere – Schwager jenes Jorge Bach v. Nuwenstatt (Neustädter Hof bei Mömlingen), von dessen vermuteter Verquickung mit dem Ende der Schnellertsburg ebenfalls im SB 76, S. 14/15 gehandelt wurde.

Die bisherige Annahme, die Wappentafel an der Kirche müsse von der Wasserburg stammen, ließ sich durch keinerlei genealogische oder besitzgeschichtliche Verknüpfung stützen. Wie kamen die Erlebach hierher nach Weckbach? Ein einfacher Gedankengang führte weiter: Die, verhältnismäßig spät errichtete, Kirche steht auf dem strategisch markantesten Platz des Ortes, auf dem Ausläufer des „Gänsberges” zwischen Ohrenbachtal und Gönztal. Den Brüdern Erlebach mußte der Platz, an dem sie eine Kirche stifteten, zur freien Verfügung stehen. War an dieser Stelle vorher etwas anderes? Ein zweiter Adelssitz etwa, von dem man gar nichts wußte? Herrn Straub ist es zu verdanken, daß er seinen -verständlichen – anfänglichen Unglauben überwand und die Mühe nicht scheute, bei der gerade anstehenden Renovierung der Kirche, im Zusammenhang mit dem Einbau einer Heizung, ständig in die Baugruben zu schauen. Aus seinem, mir liebenswürdigerweise zugesandten Bericht zitiere ich im Auszug:

„Beweise dafür, daß an Stelle des alten Teils der Kirche in Weckbach früher bereits ein mehrstöckiges und sogar befestigtes Haus oder ein Turm gestanden hat, sind:

1. An der Westmauer der ersten Erweiterung der Kirche nach Westen war eine Schießscharte eingebaut, die vermutlich im ersten Bau bereits eingebaut war, sodann in die zweite Westmauer und heute in den dritten Giebel eingebaut wurde.

2. In der Nordmauer befindet sich ein Ausschaufenster oder vielleicht auch Schießscharte in der Größe innen 56 x 47 cm, außen aber nur 20 cm breit und 34 cm hoch, aber so schräg, daß man den Blick ins Ohrenbacher Tal nach Westen hat.

3. Das Fundament des alten Teils der Kirche ist 1,50 m tief und 1,oo m stark mit Kalksandmörtel gemauert. Die Steine sind nicht mauersteinförmig mit Kanten, sondern in allen Formen, wie Steine im Steinbruchabraum anfallen, verwendet, nur die Ansichtsflächen handgerecht behauen. Auffallend ist die schwarze Färbung der Ansichtflächen.

4. Zu dieser Behausung dürfte auch der etwa 7 m von der Nordwestecke der Kirche in der gleichen Richtung gelegene gewölbte Keller gehört haben, der etwa 1963 zugeschüttet wurde. Dieser Keller lag also auch noch auf dem Kirchenhügel und hatte seinen Zugang nicht von der Straße her, sondern von der Seite von der Kirche her.

Die Ehewappen des Johann von Erlebach und seiner Gemahlin Margarete.

Die Ehewappen des Johann von Erlebach und seiner Gemahlin Margarete von Crüftel, Hans von Erlebach und Anna Schelris von Wasserlos, Johann Merz von Crüftel und Catharina von Schwalbach an der Westwand der Kirche in Weckbach.

Die erste Kirchenerweiterung hatte überhaupt kein Fundament oder etwa nur eine Steinlage, aber nur unter der Nordmauer. Dieses Fundament wurde nun mit Beton nachgeholt. “

Also tatsächlich ein kleiner, befestigter Adelshof! Und warum der uns hier interessiert? Sein Besitzübergang an die „v. Erlebach” muß auf der gleichen Ehe- und Erbverbindung beruhen, wie der SB 76, S. 19, hypothetisch vermutete derer v. Hochhausen auf dem Schnellerts an die Familie vom Main.

Hierzu gehören zweifellos die Angaben des, im einzelnen durchaus nicht zuverlässigen, Biedermann in seinem Geschlechtsregister des Ritterkantons Steigerwald: ein Heintz Echter bekam 1330 von Weiprecht von Amorbach (einem „Rüdt“, d.Verf.) einige Güter zu Sanzenbach (kann nur der Sansenhof gemeint sein, d. Verf.) und Rumpelshausen (mögl. „Rumpheshusen“ aus der Michelstädter Markbeschreibung von 819, Lorscher Codex, Kap. 21, etwa um den „Ruhbrunnen“), desgl. ein Hugo Echter und dessen Sohn Rüdiger Echter, der 1357 einen Hof zu Sanzenbach innehatte. Die Namen der beiden Letztgenannten deuten auf engste Sippenverwandtschaft mit denen „v. Hochhausen“, durch die sie wohl hier in die Besitznähe der Rüdt v. Collenberg gekommen sind. Im nahegelegenen Spätrodungs Höhendorf Würzberg treten alle drei Familien nachweislich mit Besitz auf: die „Rüde“, die „Echter“ und die „Hochhausen“.

Daß der den „Gansen“ zinsbare Halhof tatsächlich „Hausen“ hieß (SB 76, S. 17), wurde einmal durch eine mündl. Mitteilung von Herrn W. Wackerfuß aufgrund eines Belegs im Wertheimer Archiv bestätigt, läßt sich weiter aber auch anhand eines Zent-Grenzprotokolls vom Jahre 1540 beweisen, das durch das Alter seiner Zeugen noch ins 15. Jhdt. zurückreicht. Es handelt sich in unserem Falle um die Grenze der Zent Kirch-Brombach, die vor 1551 ja auch die ganze spätere erbachische Zent Ober-Kainsbach mit einschloß. Der Grenzverlauf zwischen Kirch-Beerfurth und Nieder-Kainsbach wird wie folgt beschrieben (Fürstl. Löwenstein-Wertheim Gemeinsch. Archiv, Breuberg 266a):

„. . .Vnd die gersprentz ab und ab biß in die bens clingen (südl. d. Klinger Bergs a. d. Meßtischblatt Brensbach, d.Verf.) Denselben graben hinauff schaidet Vmbstatter vnd Brombacher Zent, biß oben würt der graben zwifach vnd den zur rechten hand ( Randnotiz: schlicht) hinauß steet ain klainer Dornbusch, vngeuerlich ain stain wurff weit im ackerfeld.Von demselben Busch vngeuerlich zehen schritt steet ain stain oben an der heuser hub. Darnach schlecht den berg hinein durch die nechsten greben vnd, wie das Wasser auß denselben greben fleußt, biß an die oberkainsbacher bach. Dieselb bach hinein biß an der stirbacher mulin acker, in der auw genannt, ist sonderlich verstaint und verraint, gehört auch in die Brombacher Zent. . . . „

Damit, und mit dem neuentdeckten zweiten Adelssitz in Weckbach, erhält die in SB 76 aufgestellte Hypothese bezügl. „Hochhausen“ als einstigem Namen der Burg auf dem Schnellerts bereits einiges Gewicht. Es ist zu bedauern, daß sich an diesen Forschungsbemühungen, soweit dem Verf. bekannt ist, leider immer noch niemand sonst ernsthaft beteiligt. Gerade gegensätzliche Ansichten könnten durch Vergleichung ihrer Begründungen einer Wahrheitsfindung nur förderlich sein.

Was die Ursprungs- und Gründungssituation der Burg anlangt (SB 77), so ist bei einer genaueren Analyse der erfaßbaren Frühgeschichte der Burg Otzberg (Vortrag d.Verf. bei der letzten Neustädter Tagung des Breuberg Bundes, voraussichtl. demnächst im Druck in „Der Odenwald“) eine Tatsache urkundlich bewiesen worden, die bisher unbemerkt geblieben war: Als Abt Heinrich von Fulda 1250 III 17 „apud Otsberg“ eine wichtige Lehnsvergabe vornimmt – erstes fuldisches Lehen an die Grafen von Katzenelnbogen, mit Lehnseid! – rangiert nach zwei Geistlichen als erster weltlicher Zeuge Otto v. Crumpach, damals Familienoberhaupt und älterer Bruder der beiden ersten „Rodensteiner“ (s. Abb. SB 77). Das bestätigt die Berechtigung einer Eingliederung auch der Veste Otzberg in das ursprüngliche Burgensystem des Gersprenztales (SB 77, S.13) völlig.

Das Objekt, um das es in dieser Urkunde geht, sind heimgefallene Lehen eines sonst unbekannten Georg v. Cymmere (Zimmern), die, in Händen der Otzbergischen Burgmannen-Familie der „Zeisig-Wambold“, den Grafen von Katzenelnbogen als Ober-, besser Zwischen-Lehnsherren übertragen wurden. Merkwürdigerweise mußte das Ganze besiegelt werden von den Edlen Albert V. Trimberg und den Brüdern Eberhard und Conrad v. Breuberg. Ihre damit erfolgte Zustimmungsgarantie läßt darauf schließen, daß dabei gewisse, gemeinsame Erbrechte im weiteren Umstädter Bereich berührt gewesen sein müssen, die nur auf den Edelfreien Wortwin von Ortenberg-Büdingen-Staden zurückgeführt werden können (vergl. zu dieser Frage Becher: die Herren v. Büdingen u. ihre Beteiligung an der Stadtgründung von Dieburg AHG (NF) 32,1974, S. 81 ff.) In diesem Wortwin muß man den Erbauer der Burg Breuberg (Mitte 12. Jhdt.) erblicken. Daß aber hier, 1250, nicht nur der über seine Gemahlin Mechtild von Büdingen an dieser Erbschaft beteiligte Eberhard, sondern auch sein Bruder Conrad mitsiegeln mußte, deutet auf einen zu dieser Zeit bereits erfolgten Güter- und Rechtstausch zwischen den beiden Brüder Reiz v. Breuberg hin, von denen Conrad für die gleichen Jahre als Begründer der Herrschaft Frankenstein (Bgstr.) erwiesen ist. Der Gedanke, daß hier eine solche, gewiß nicht unwahrscheinliche Besitzabgrenzung und Teilung innerhalb der Familie erfolgte, läßt aber die Frage auftauchen, ob solches nicht auch in anderen örtlichen Bereichen erfolgt sein kann oder sogar noch eine Generation später erfolgen konnte.

Es handelt sich hierbei um eine Dame. Im Klartext: man sollte die Frage erneut überprüfen, welcher Familie eigentlich Luckardis, die Gemahlin Gerlachs v. Breuberg (urk. 1269-1305, Sohn d. obgen. Eberhard) entstammte.  Die Vermutung, sie sei eine geborene v. Magenheim gewesen, stützt sich nur auf die Tatsache, daß Gerlach im Stammbereich dieser Familie, im Zabergau, mit Hilfe König Adolfs das Schloß Magenheim und die Stadt Bönnigheim erwarb und daß Ulrich v. Magenheim 1296 als Gerlachs Vogt in Bönnigheim bezeugt ist. Urkundl. erwiesen ist jedoch, daß Gerlachs Vetter, Conrad I v. Frankenstein (urk. 1266—92, Sohn des obgen. Conrad v. Breuberg) mit Irmengard v. Magenheim (1292 gen.) verheiratet war. Standen die beiden Familienzweige Breuberg und Frankenstein auch noch in der ersten Generation nach der Teilung in gegenseitigem Besitzaustausch, dann könnte Gerlachs Position im Zabergau genausogut auf dieser Eheverbindung seines Vetters beruht haben. Wer könnte die Luckardis aber sonst gewesen sein?

Die Antwort, für die Geschichte der Schnellertsburg sehr bedeutsam, könnte eigentlich nur lauten: eine Erbtochter aus der nach Otto v. Crumbach stark zersplitterten Gersprenztalfamilie, etwa(?) eine Enkelin, Tochter seines 1256 u. 75 bezeugten Sohnes Johannes. Und ihr Erbteil wäre dann die Zent Kirch-Brombach gewesen, die somit erst gegen 1280 an Gerlach v. Breuberg gefallen wäre, mitsamt dem Schlosse Kirch-Brombach (auf der Kirchenhöhe) und der Burg “Hochhausen“ (?) auf dem Schnellerts – natürlich als fuldisches Lehen und ohne die anscheinend allodialen Besitzstücke in Ober-Kainsbach und Ober Gersprenz, die schon vordem mit dem Reichenberg etc. an Erbach gekommen sein dürften. Solche Erwägung fällt mit dem Nachweis herrschaftl. breubergischer Rechte über die Zent Kirch-Brombach vor ungefähr 1280. Wer aber bringt zur Klärung diesen Nachweis bei? Dem Verfasser ist es nicht möglich.

Im Gegenteil: bei der Teilung der Herrschaft Breuberg um 1324 erhalten nur die beiden Enkelinnen Gerlachs die fuldischen Lehen über die Hälfte des Schlosses Breuberg mit Zugehör und das Schloß Brombach für ihre Männer zugesichert, die Töchter von Gerlachs jüngerem Bruder Arrois jedoch nur die andere Hälfte von Breuberg und dazu, als Mainzer Lehen, die zu Wörth a. M. gehörigen Güter und Rechte, nichts aber von Brombach! Weiter: nur so ließe sich auch die Übernahme des merkwürdigen Namens Arrois in die Crumbacher Stammlinie erklären, nämlich durch Patenschaft des nunmehr verschwägerten Arrois v. Breuberg. Und schließlich: was war das eigentlich für ein Gebäudetrakt auf Breuberg, der bei der Neuaufteilung von 1357 (D. Schneider, Erbacher Historie, Num. 45. 2, S. 577 ff) also beschrieben ist:

„als man zu der Burg hineingeht, zu der lincken Hand das halb Theil der Burg das ehe deß warme deß von Grumperg war.“ ?

In der Anm. dazu meint Schneider, es solle vielleicht „des von Grumpach oder Crumpach“ heißen, womit er, wenn auch etwas konfus, unsere Edelherren von Crumbach anspricht. Immerhin: saß vielleicht wirklich noch der Vater der Luckardis – wenn das alles möglich wäre — einige Jahre als „Mitherr“ auf dem Breuberg? Solches alles geht völlig quer zur  herkömmlichen Odenwälder Territorialgeschichte. Der Schnellertsherr beginnt seine Phantomgestalt abzustreifen.