Norbert Fischer, Schnellertsbericht 1978, S. 5.

Im Zuge der Arbeiten zur Erlangung eines Grabungsschnittes durch den Burgberg wurde im Bereich des vermutlichen Burghofes ein Einschlag niedergebracht. Vom Südende des Planums an der inneren Nordwestmauer bis ca. 10 m an die Südmauer heran legten die ehrenamtlichen Helfer anstehenden Fels frei. Die in den vergangenen Jahren schon beobachtete regelmäßige Anordnung des durch Verwitterung zerlegten Felsgesteins bestätigte die Annahme „Burghof“. Am Nordende des Grabungsschnitts wurde die Südkante des abgebrannten Fachwerkhauses erfaßt. (Vgl. hierzu die Schnellertsberichte von 1976 und 1977).

Das Südende des Schnittes erbrachte neue Hinweise auf weitere Hausreste. Schnellertsfest und Weltmeisterschaft der Feldbogenschützen verhinderten weitere Beobachtungen, weil der Grabungsschnitt wieder verfüllt werden musste. Die Hausreste wurden markiert und sollen in einer neuen Kampagne näher untersucht werden.

Im Bereich der Toranlage wurde die südliche Torzange und ein anstoßendes Teilstück der Ringmauer konserviert und ergänzt. Die schon in vorherigen Kampagnen teilweise wieder hergestellte nördliche Torzange konnte nicht fertiggestellt werden. Ein Fundament wurde nicht angetroffen. Wenige Steine der Mauerschalen zeigten die Mauerflucht an. Das östliche Ende dieser Torzange wurde überhaupt nicht mehr gefunden. Diese spärlichen Funde werden die geplante Rekonstruktion nicht in vollem Umfang zulassen.

Ein vereinzeltes, aber umso spektakuläreres Fundstück aus dem Bereich der Toranlage ließ die Datierung des „Schnellerts“ im neuen Licht erscheinen. An der nördlichen Mauerschale der nördlichen Torzange wurde eine Kanonenkugel aus Sandstein aufgefunden. Die abgeplattete Kugel zählt zu den frühesten Kanonenkugelformen. Sie weist unter den Grabungsfunden als erstes Objekt auf eine Belegungszeit im 14. Jahrhundert hin.

Durchgeführte Vermessungsarbeiten sollen im nächsten Schnellertsbericht die Vorstellung eines verbesserten Burggrundrisses ermöglichen. Auch hoffen wir, bis dahin die Zeichnungen aller bisher gefundenen Münzen publizieren zu können.