Torangelstein vom Schnellerts im Odenwald

1976 Freilegung und Vermauerung des Torangelsteines am Burgeingang an der nördlichen Torwange

Der Eingang zur Burg befand sich an der steileren Westseite, evtl. über eine  hölzerne Zugbrücke, von der nichts mehr zu sehen ist.

Das Tor, mit seinen ausgeprägten Torwangen, der Torschwelle, die heute noch im Originalzustand sichtbare Unterlage, war von einem Torhaus, höchstwahrscheinlich in Fachwerkbauweise, überbaut. Die Torgasse selbst, wie auch die Ringmauer und der Turm waren aus dem anstehenden Böllsteiner Gneis gemauert.

Bei der Freilegung des linken Torhaushügels 1976 unter der Leitung von Norbert Fischer konnte einer der Torangelsteine aus Sandstein ( in Wirklichkeit der rechte, SB 1977, S.29,  oder……war es der obere linke? Die gepickte Innenfläche zeigt keinerlei Abnutzungsspuren ) geborgen werden und bei der vorsichtigen Konservierung der nördlichen Toranlage links, um ihn schnellstmöglich zu sichern, wieder eingesetzt werden.

Die gepickte Innenfläche, unbenutzt, ohne Abrieb, keine Schleifspuren, keine Drehspuren, deutet auf einen oberen Torangelstein hin, wo ein gewisser Spielraum vorhanden sein muss, um Temperaturunterschiede ausgleichen zu können.

Ein zweiflügeliges Tor hat 4 und ein einflügeliges hat 2 Torangelsteine. Leider sind die anderen Torangelsteine und 2 Abweisersteine aus Sandstein, die noch 1850 vom Revierförster Hoffmann und Unterförster Egli aus Stierbach mittig auf dem Schnellerts vorgefunden wurden, Steinräubern zum Opfer gefallen. Dietrich Graf zu Erbach-Schönberg bezeichnet es (SB 1996, S. 2) als eine Art frühes „Recycling“, wodurch noch heute ca. 800 Jahre alte Werksteine der Burg in Gebäuden der Umgebung überdauern; siehe romanischer Gewändestein im Haalhof von Ober-Kainsbach.